Hören und Sehen: Sinneswahrnehmungen ergänzen sich

31.07.2017

Die menschliche Sprachwahrnehmung läuft nicht ausschließlich über das Gehör. Fehlt das Sehen, wie zum Beispiel durch eingeschränkte Sicht im Straßenverkehr, wird das Gehör umso wichtiger. Darauf weist die Fördergemeinschaft Gutes Hören hin.

In lauter Umgebung die Mundbewegungen des Gesprächspartners beim Sprechen sehen zu können, kann die Verständigung erheblich vereinfachen. Das gilt für normal hörende Menschen ebenso wie für Menschen mit Hörverlust. Die Augen unterstützen die Ohren und somit das Sprachverstehen, indem das Gehirn die über das Hörorgan aufgenommenen Wörter und Sätze mit dem Mundbild des Sprechers vergleicht. Besonders in lauter Umgebung hilft dieser Mechanismus, dem Gespräch besser folgen zu können. Nachgewiesen haben das Wissenschaftler des Baylor College of Medicine in Texas nachgewiesen. Sie fanden heraus, dass das Gehirn zuerst das Mundbild auswertet und anschließend die gesprochene Sprache.

Der McGurk-Effekt

In einem Experiment spielten sie zwei Probanden ein Video vor. In dem Video war ein Mensch zu sehen, der die Silben „ga ga ga“ sagte. Weil die Forscher die Tonspur manipuliert hatten, hörten die Probanden aber die Silben „ba ba ba“. Das Ergebnis war eine totale Konfusion. Statt „ga ga ga“ oder „ba ba ba“ gaben 100 Prozent der Testpersonen an, „da da da“ gehört zu haben. Dieses Phänomen, bei dem die akustische Wahrnehmung durch die Augen beeinflusst wird, nennt man in der Wissenschaft auch den „McGurk-Effekt“.

Hörvermögen beeinflusst Sicherheit

Mit dem Experiment haben die Forscher gleichzeitig gezeigt, dass gutes Hören umso wichtiger ist, wenn die Unterstützung der Augen fehlt. Das ist zum Beispiel bei eingeschränkter Sicht im Straßenverkehr der Fall. Häufig sind Alarmsignale von Rettungswagen und Feuerwehr erst zu hören, bevor die Fahrzeuge zu sehen sind. Auch die Sicherheit als Fußgänger und Radfahrer kann von einem unversorgten Hörverlust beeinträchtigt werden.

Regelmäßiger Hörtest beugt vor

Ein Hörverlust kann viele Ursachen haben. Allein der natürliche Alterungsprozess sorgt dafür, dass das Hörvermögen langsam nachlässt. Der Qualitätsverband Pro Akustik schließt sich daher der Empfehlung der Fördergemeinschaft Gutes Hören an, ab einem Alter von 40 Jahren sein Gehör einmal im Jahr testen zu lassen, um mögliche Defizite rechtzeitig zu erkennen. Einen kostenlosen Hörtest bieten die Mitglieder des Verbands in ihren Fachgeschäften an.  

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